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Medizinische Betreuung

Eine umfassende und professionelle medizinische Betreuung hat im HLZ eine herausragende Rolle. Hierbei stehen den HLZ-Jugendspielern neben einem Arzt und Sportmediziner auch zwei Physiotherapeuten zur Verfügung. Vor, während und nach den Trainingseinheiten werden die Spieler so bestmöglich betreut und eine langfristige und nachhaltige medizinische Begleitung sichergestellt. 

Im Falle einer Sportverletzung während des Spiel- oder Trainingsbetriebs kann in kürzester Zeit eine bestmögliche Erstversorgung vor Ort erfolgen. Im Rahmen des Aufbautrainings nach einer Sportverletzung werden die HLZ-Jugendspieler individuell betreut und die Trainingspläne zwischen behandelndem Arzt und Physiotherapeuten abgestimmt.

Auch die räumliche Ausstattung im HLZ bietet neben zwei Physiotherapieräumen und dem HLZ-Athletik-Raum Vorkehrungen für die akute Erstversorgung durch eine Eismaschine und zwei Gefrierschränken mit Kühlpacks. Zusätzlich ist in direkter Nachbarschaft zum HLZ das Deutsche Rote Kreuz Ahlen beheimatet.

Verletzungsprävention

Die beste medizinische Betreuung ist dann gegeben, wenn Sportverletzungen bereits im Vorfeld durch ein gezieltes Präventionstraining auf ein Minimum reduziert werden können. Jede Verletzung wirft einen Jugendspieler je nach Schweregrad der Verletzung um Wochen oder sogar Monate zurück. Aus diesem Grund betreibt das HLZ große Anstrengungen, die Nachwuchsspieler bestmöglich auf die Herausforderungen einer Vollkontaktsportart vorzubereiten. 

Mit einem gezielten Verletzungs-Präventions-Training werden die HLZ-Jugendspieler auf eine langfristige Handball-Karriere vorbereitet. Propriozeptives Training, Regenerationstraining, sowie individuelle Trainingspläne bilden die Grundbausteine der Verletzungsprävention im HLZ.

Die medizinische Abteilung des HLZ hat hierzu in Zusammenarbeit mit den Athletik-Trainern ein besonderes Programm entwickelt, welches die Jugendspieler und -Spielerinnen ab der C-Jugend durchlaufen.

"Seit Einführung des Präventionsprogrammes haben sich unsere Verletzungen drastisch reduziert. Wir haben trotz sehr hoher Trainingsbelastung kaum schwerwiegende Verletzungen zu verzeichnen" berichtet B-Jugend-Trainer Frederik Neuhaus über die Erfolge des HLZ-Präventionsprogramms.

Trainerfortbildung des Handball-Verband Westfalen zum HLZ-Präventionskonzept

Im Dezember 2017 nahmen 50 Trainerinnen und Trainer aus dem Verbandsgebiet, sowie aus angrenzenden Verbänden an der Fortbildung zum Thema „Handball-Power langfristig entwickeln und Verletzungen reduzieren“ im HLZ Ahlen teil. Die Fortbildung basierte auf dem in den vergangenen Jahren im HLZ Ahlen entwickelten Präventionskonzept, an dem unter anderem ein Orthopäde und Sportmediziner, ein Physiotherapeut und Athletiktrainer und der Trainerstab des HLZ Ahlen maßgeblich beteiligt waren.

Bernd Allzeit, Orthopäde und Sportmediziner aus Hamm, eröffnete seinen Vortrag mit einem kurzen Rückblick, wie es zu dem im Folgenden vorgestellten Präventionskonzept kam. Selbst jahrelang im Leistungssport (Volleyball) aktiv gewesen, war er in seiner Funktion als Mannschaftsarzt unter anderem bei verschiedenen Handballmannschaften (bis 2. Bundesliga) immer wieder mit der Rehabilitation von Sportlern beschäftigt. „Es war überwiegend reaktive Arbeit, die immer dann einsetzte, wenn es eigentlich schon zu spät war. Proaktiv Verletzungen zu reduzieren kam so gut wie nicht vor und wurde von den Trainern auch kaum praktiziert,“ erinnerte sich Allzeit.  Als sein Sohn in der C-Jugend dann ins HLZ Ahlen wechselte wollte er nach Möglichkeit verhindern, dass auch dieser schwerwiegende Verletzungen erleidet. Er bot dem HLZ-Trainerteam seine sportmedizinische Unterstützung an und aus der Zusammenarbeit entwickelte sich schnell die Fragestellung, wie man durch eine gezielte Trainingssteuerung und das Durchführen einfacher Übungen wiederkehrende Verletzungsmuster im Handball reduzieren kann. Maßgeblichen Anstoß hatte hierbei die Beobachtung, dass viele Jugendliche bereits in der B-Jugend insbesondere über Schulterschmerzen auf der Wurfarmseite klagen oder Probleme mit dem Bandapparat im Sprunggelenkt, im Knie oder im Rücken aufweisen.

Als einer der wesentlichen Ursachen identifizierte das Team, welches unter anderem mit Frederik Neuhaus (DHB und Athletik A-Lizenz Trainer) und Tobias Salewski (DOSB Athletik-Trainer und Physiotherapeut) verschiedene Blickwinkel auf die Thematik werfen konnte, die stetige Einseitigkeit der Bewegung im klassischen Handballtraining. So werfen beispielsweise Spieler ab der E-Jugend Woche für Woche, Tag ein Tag aus mit der Wurfarmseite nach vorne. 80-90 Prozent der Laufbewegungen gehen nach vorne, ohne dass ein entsprechender Ausgleich geschaffen wird. In der Folge entstehen muskuläre Dysbalancen, die zu schwerwiegenden Problemen führen können. Zudem unterstützt einseitiges Training mit falschen Anreizen diese Entwicklung.

„Häufig fehlt es uns Trainern schlicht und ergreifend am Bewusstsein für diese Zusammenhänge. Das Thema Athletiktraining und hier insbesondere das Thema Bewegungsqualität, sowie die medizinischen Zusammenhänge kommen aufgrund der Dichte der sonstigen Themen in der Trainerausbildung leider viel zu kurz,“ merkte Frederik Neuhaus selbstkritisch an.

Folglich entwickelte das Team ein einfaches und kompaktes Trainingsprogramm, welches die wesentlichen wiederkehrenden Verletzungsmuster in den vergangenen Jahren im HLZ Ahlen in allen teilnehmenden Mannschaften deutlich reduzierte. „Im Gegensatz zu Früher habe ich heute so gut wie keine Bänderrisse oder schwerwiegenden Schulterprobleme mehr,“ resümierte Neuhaus die Bilanz seiner Oberliga B-Jugend aus den vergangenen drei Jahren. Ein Schlüssel zum Erfolg ist hierbei laut Allzeit das „Mitnehmen der Jugendlichen“ selbst. Nur wenn diese verstehen warum sie die Übungen machen und was es ihnen bringt, könnten langfristige und bleibenden Erfolge erzielt werden.

Das dieses aus seiner Sicht auch mit einem intensiven und umfassenden Athletik-Training zusammenhängt, zeigte Neuhaus in seinem anschließenden Vortrag zum Thema „Modernes Athletiktraining im Handball“, in dem er unter anderem die Vorteile des Langhanteltrainings für Bewegungsqualität, Kraftaufbau und Verletzungsprävention darstellte und grundlegende Übungen für alle Leistungsklassen in der Praxis demonstrierte.

Ergänzt wurde die Fortbildung durch einen Impulsvortrag von Dr. Lino Witte, Arzt und Ernährungsmediziner aus Münster, der in seinem Vortrag die Zusammenhänge und Bedeutung der Ernährung beim Thema Verletzungsprävention und langfristigem Leistungsaufbau anschaulich darstellte.

Bewusstsein schaffen

Ein Bewusstsein für die Bedeutung des Themas Verletzungsprävention bei den Jugendspielern zu schaffen steht im Zentrum der Anstrengungen des HLZ. Regelmäßige Vorträge, Demonstrationseinheiten und individuelle Begleitung der Spielerinnen und Spieler sollen die Vorteile und den Stellenwert des Präventionstrainings verankern. 

Eine wesentliche Rolle kommt hierbei der Eigenverantwortung der Nachwuchsspieler zu. Die konzentrierte Arbeit während des Trainings, als auch die eigenverantwortliche Durchführung des wöchentlichen Hausaufgaben-Programms kann nur gelingen, wenn die Jugendspieler die Bedeutung des Themas verinnerlicht haben.

HLZ Ahlen vom 06.07.2017: "Verletzungsprävention in Trainingsalltag integrieren"

Bundesweite Studie zur Verletzungsprävention

In Kooperation mit dem Bayrischen Handballverband nehmen aktuell zwei Teams des HLZ an einer bundesweiten, einjährigen Studie zum Thema Verletzungsprävention teil. Studienleiter ist Dr. Leonard Achenbach. Durch regelmäßige wöchentliche Einheiten soll wissenschaftlich analysiert werden, in wie weit die Verletzungsanfälligkeit durch gezielte Übungen reduziert werden kann. 

Hierzu werden neben den Übungen auch die monatlichen Trainings- und Spielzeiten aller Studienteilnehmer erfasst, um einen möglichen Zusammenhang zwischen Trainigsintensität und Verletzungshäufigkeit herstellen zu können.

Weitere Informationen zur Studie gibt es hier: www.dr-achenbach.eu