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Weiße Rosen zum Abschied

Trainer, Mannschaft und das Team hinter dem Team übten nach Spielende den Schulterschluss und dankten den Fans in der Friedrich-Ebert-Halle für die Unterstützung in den vergangenen elf Zweitliga-Jahren.

Während des Spiels wirkte phasenweise alles so wie immer. Keine Spur von Abschied oder Trauer. Die ASG spielte - wie so häufig in den vergangenen Jahren - ihren Streifen runter und damit den Gegner an die Wand. In diesem Fall war es der TSV Altenholz, der eine 31:36-Niederlage einstecken musste.

Vor und insbesondere nach der Begegnung aber wurde es emotional. Der eigentliche Spielverlauf ist schnell erzählt: Die Hallenherren lassen vom Start weg keine Zweifel aufkommen, wer als Sieger die Platte verlassen wird. Die Sieben von Jens Pfänder hängt sich voll rein und hat sich bereits nach 15 Minuten beim Stand von 12:7 einen komfortablen Fünf-Tore-Vorsprung erarbeitet. Zur Pause liegt die ASG, bei der alle Spieler zum Einsatz kommen, mit 20:14 vorn. Im zweiten Abschnitt ändert sich nichts. Die Gäste aus Altenholz mühen sich redlich, geben aber nicht den Spielverderber, dafür ist die Ahlener SG an diesem Tag zu stark. Nach 60 Minuten verbuchen die Gastgeber mit 36:31 einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg.

Zwei Minuten vor dem Ende kommt endlich auch Bewegung ins spärlich erschienene Publikum. Gerade einmal 720 Zuschauer sagen der ASG „Adieu“. Die Reihen in der Friedrich-Ebert-Halle weisen viele kahle Stellen auf. „Das war natürlich schade. Aber denen, die da waren, haben wir etwas zurückgegeben. Wir wollten den Heimsieg über Altenholz für unsere Fans“, sagte Björn Wiegers. Ihm fiel die anschließende Verabschiedung etlicher Weggefährten alles andere als leicht.

Abteilungsleiter Berni Recker und Manager Didi Kupfernagel dankten den Spielern mit einem Blumenstrauß und einem Bild. Besonders viel Beifall bekam Jan Peveling. Das Torwart-Eigengewächs wechselt zur HG Saarlouis. Ihm wurde es mulmig, als er zur Verabschiedung gebeten wurde. Die Blumen, die er erhielt, reichte „Peve“ sogleich weiter an seine Mutter Annegret. „Ohne meine Eltern hätte ich das alles nicht geschafft“, gestand Peveling. Zahlreiche Bälle von Gegenspielern hatte der ASG-Schlussmann in den vergangenen Jahren abgewehrt, gegen seine Gefühle aber war er machtlos. Ebenso wie Jürgen Stolle, der heulte wie ein Schlosshund. 15 Jahre war er Teil der ASG, Teil der Erfolgsgeschichte. „In dieser Zeit habe ich so viele nette Leute kennengelernt. Der Aufstieg in die Zweite Liga wird mir am meisten in Erinnerung bleiben“, schluchzte Stolli. Jürgen Weber, der aufgrund von Personalnot vor einigen Wochen kurzfristig reaktiviert worden war, gelang indes Einmaliges. Er stand beim ersten und beim letzten Zweitliga-Spiel der ASG auf der Platte. Künftig ist ein Platz im Regionalliga-Team für ihn denkbar.

Die Fans feierten Betreuer, Trainer, Funktionäre und Mannschaft mit stehenden Ovationen. Und sie nahmen mit mehreren Bannern auf ihre Weise Abschied von der ASG. Ganz in schwarz gekleidet verteilten zwei Damen zudem weiße Rosen an die Spieler. Spätestens jetzt wusste jeder: Es ist nicht alles so wie immer. Und es wird auch nie wieder so wie immer sein.

(Quelle: Ahlener Zeitung vom 25. Mai 2010)

Termine

Samstag, 04.02.12 - 19:30 Uhr:
Ahlener SG - HSG Varel 
31:28 (12:12) 

Samstag, 11.02.12 - 18:00 Uhr:
Uerdingen - Ahlener SG

 

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