

Die pure Erleichterung verspürt (08.12.08)
Ahlen. Thomas Knorr, Spielertrainer des VfL Bad Schwartau, war nach der knappen 25:26-Niederlage bei der Ahlener SG am Freitag auf 180. Knorr schäumte nach der Partie: „Ich sehe uns insbesondere in der Schlussphase benachteiligt, als wir nach einem Fehlpass im Spielaufbau prompt „Zeitspiel" angezeigt bekommen, während der ASG darauf alle Zeit der Welt gestattet wird."
So kochten die Emotionen nach der Partie hoch, wobei ASG-Betreuer Heribert Wiegers gestern versicherte, dass er lediglich versucht habe, einen Zuschauer zurückzuhalten. Er beteuert: „Ich habe lediglich versucht zu schlichten." Bad Schwartais Thomas Knorr war dennoch stinksauer über diese Pleite. „Die pure Erleichterung" hingegen verspürte Christoph Wischniewski.
Der Rechtsaußen steigerte sich während der Partie, steuerte selbst vier Treffer zum Sieg bei und befand anschließend: „So gut, wie wir in der vergangenen Woche trainiert haben, sind wir auch in der ersten Halbzeit aufgetreten. Als sich Björn Wiegers dann noch verletzte, haben wir ein wenig den Rhythmus verloren. Egal, denn jetzt ist das Heimgespenst mit zwei Punkten vertrieben." Das ist wahr. Den Erfolg möglich machte auch eine solide Abwehrleistung. Schon im Vorfeld hatte Trainer Pfänder gefordert, mal wieder Akzente in der Abwehr zu setzen. Geht es nach Rückraumspieler Stefan Pries, ist dies der ASG gelungen: „Wir standen sicher in der Abwehr, und dann gewinnen wir unsere Spiele auch.
Insbesondere in der ersten Hälfte hatten wir Bad Schwartau im Griff. So wie sich das insbesondere für Heimspiele gehört." Was Pries verschweigt, ist ein schwacher zweiter Durchgang. Dort machte man den zur Pause noch einigermaßen beruhigenden Fünf-Tore-Vorsprung zunichte und würgte die Partie mit nur einem Tor mehr über die Ziellinie.
Das bekam auch Abteilungsleiter Berni Recker mit. Er meinte: „Die Verunsicherung war spürbar, aber wir haben die richtige Moral gezeigt. Zudem haben die Zuschauer die Mannschaft zum Schluss mitgetragen." Manager Didi Kupfernagel hingegen war der Ärger über den unnötig spannend gemachten Sieg anzusehen. Er monierte: „Es ist unser Manko, dass wir zahlreiche hundertprozentige Chancen nicht verwerten." Da war es doppelt wichtig, dass auch der VfL und mit ihm der Ex-Ahlener Tobias Skerka ebenfalls Abschlussschwächen offenbarten. Dementsprechend erleichtert war auch Thomas Lammers: „Ein richtiger Brocken fällt jetzt von uns allen. Zwischendurch sind wir durch Björns Verletzung ziemlich unruhig geworden und mussten uns erst wieder finden. Spätestens da wusste ich: Heute muss ich das Team mitreißen, die gesamte Verantwortung auf mich nehmen, an meinem Geburtstag noch ein paar Prozentpunkte mehr draufpacken." Es funktionierte. Lammers ballte achtmal die Siegerfaust, nachdem er die Gäste-Keeper überwinden konnte.
Doch auch Jan Stochl gebührt großer Dank. Der Torwart der ASG lief zu großer Form auf und vermieste Bad Schwartau die Aufholjagd mit famosen Paraden. Sein Teamkollege Jan Peveling, der nicht eingesetzt wurde, freute sich ebenfalls über den Punktgewinn: „Ich verbuche dieses Spiel einfach unter der Kategorie Sieg – nicht mehr und nicht weniger. Im Vergleich zu den vergangenen Heimpartien haben wir eine ganz andere Körpersprache an den Tag gelegt. Das Ergebnis sagt alles."
Ebenfalls gar nicht zum Einsatz kamen Roel Adams und Mattes Rogowski, die beide nur auf Stand-by liefen. Gegen Bad Schwartau konnte sich Jens Pfänder diesen personellen Luxus gestatten. Ebenso wie sein Team beste Gelegenheiten ausließ. Künftig sollte die ASG allerdings auf derlei verschwenderisches Ansinnen verzichten.
(Quelle: Ahlener Zeitung)
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